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Tarot als Entscheidungshilfe – wie Du Deine Karten für Klarheit nutzen kannst

Manchmal wissen wir nicht sofort, welcher Weg der richtige ist.

Vielleicht stehen zwei Möglichkeiten nebeneinander.

Vielleicht fühlt sich keine davon ganz klar an.

Oder vielleicht spürst Du, dass sich etwas verändern darf, kannst aber noch nicht greifen, in welche Richtung.

In solchen Momenten nutze ich Tarot gerne als Entscheidungshilfe.

Nicht, weil die Karten für mich entscheiden.

Sondern weil sie Fragen öffnen können, die ich mir vorher vielleicht noch nicht gestellt habe.

Für mich ist Tarot deshalb weniger ein Blick in eine festgeschriebene Zukunft.

Es ist eher ein Spiegel.

Ein Bild.

Eine Einladung, ein Thema aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Und manchmal reicht genau das schon, um wieder klarer zu sehen.

Tarot muss Dir keine fertige Antwort geben

Wenn ich Karten lege, frage ich selten:

Was soll ich tun?

Mich interessieren andere Fragen viel mehr.

Zum Beispiel:

Was übersehe ich gerade?

Welcher Einfluss wirkt auf dieses Thema?

Was würde sich verändern, wenn ich diesen Weg gehe?

Was darf ich bei meiner Entscheidung beachten?

Welche Perspektive fehlt mir noch?

Dadurch verändert sich für mich die Rolle der Karten.

Sie werden nicht zu einer Instanz, die mir sagt, was richtig oder falsch ist.

Sie helfen mir eher, mein eigenes Thema weiter zu öffnen.

Und manchmal sehe ich dadurch plötzlich etwas, das vorher im Hintergrund lag.

Wenn Du mit Tarot beginnst: Zieh eine Tageskarte

Wenn Du noch nicht lange mit Tarotkarten arbeitest, würde ich ganz einfach anfangen.

Mit einer einzigen Karte.

Ich ziehe selbst sehr gerne morgens eine Tageskarte.

Dabei schaue ich zuerst auf das Bild.

Nicht sofort ins Begleitheft.

Nicht sofort nach der klassischen Bedeutung.

Ich frage mich zuerst:

Was sehe ich?

Welche Farbe fällt mir auf?

Welche Figur zieht meinen Blick an?

Welche Stimmung entsteht?

Welche Bewegung zeigt die Karte?

Was berührt mich?

Vielleicht kommt Dir spontan ein Gedanke.

Vielleicht ein Wort.

Vielleicht erinnert Dich das Bild an etwas.

Genau dieser erste Eindruck ist für mich besonders wertvoll.

Denn er gehört nur Dir.

Wenn Du noch kein eigenes Tarotdeck hast, darfst Du Dir eines wählen, dessen Bilder Dich wirklich ansprechen.

Ich finde es besonders schön, wenn Du beim ersten Blick schon neugierig wirst und Lust bekommst, die Karten immer wieder anzuschauen. Denn genau über diese Bilder entsteht mit der Zeit Deine ganz persönliche Verbindung zum Tarot. ich liebe die klassische Variante.

Hier findest Du das Tarotdeck, mit dem ich gerne arbeite.

Erst schauen – dann lesen

Natürlich haben Tarotkarten traditionelle Bedeutungen.

Und gerade am Anfang kann das Begleitheft sehr hilfreich sein.

Ich nutze es ebenfalls.

Aber ich finde es spannend, erst selbst zu schauen und danach zu lesen.

Denn wenn Du zuerst die Erklärung aufschlägst, kann es passieren, dass Du sofort in die vorgegebene Bedeutung hineinrutschst.

Wenn Du dagegen erst wahrnimmst, entsteht Dein eigener Zugang.

Vielleicht steht in Deinem Begleitheft bei einer Karte etwas über Veränderung.

Du selbst hast aber beim ersten Blick vor allem Ruhe gespürt.

Dann ist auch das wichtig.

Die Interpretation Deiner Legung ist immer persönlich.

Ein Symbol kann für Dich etwas ganz anderes bedeuten als für mich.

Und genau deshalb kann Tarot mit der Zeit zu einer ganz eigenen Sprache werden.

Schau Dir Deine Tageskarte am Abend noch einmal an

Besonders schön finde ich es, die Karte am Abend noch einmal anzuschauen.

Dann frage ich mich:

Wo ist mir dieses Thema heute begegnet?

Hat sich meine Wahrnehmung der Karte verändert?

Gab es eine Situation, an die ich jetzt denken muss?

Oder wirkt die Karte am Abend ganz anders als am Morgen?

Wenn Du das eine Zeit lang machst, bekommst Du sehr schnell ein Gefühl dafür, wie Deine Karten mit Dir sprechen.

Nicht, weil die Karten plötzlich eine eindeutige Sprache hätten.

Sondern weil Du Deine eigene Wahrnehmung immer besser kennenlernst.

Vielleicht möchtest Du Dir kleine Notizen machen.

Ein Wort am Morgen.

Ein Satz am Abend.

Mehr braucht es oft gar nicht.

Tarot als Entscheidungshilfe

Wenn es um größere Entscheidungen geht, nutze ich Tarot gerne etwas ausführlicher.

Auch dann frage ich nicht:

Welche Entscheidung soll ich treffen?

Mich interessiert vielmehr:

Was verändert sich in mir, wenn ich an Möglichkeit A denke?

Was zeigt sich bei Möglichkeit B?

Welche Einflüsse spielen noch eine Rolle?

Was ist mir bisher vielleicht entgangen?

Gerade wenn wir mitten in einer Situation stecken, sehen wir oft nur einen Ausschnitt.

Eine Legung kann helfen, den Blick zu weiten.

Vielleicht zeigt sich plötzlich ein Thema, das mit der eigentlichen Entscheidung zunächst gar nichts zu tun zu haben scheint.

Und genau darin kann manchmal ein wichtiger Hinweis liegen.

Ein kleines Legesystem mit drei Karten

Für viele Fragen reichen drei Karten vollkommen aus.

Ich mag solche kleinen Legungen besonders, weil sie übersichtlich bleiben und trotzdem unterschiedliche Perspektiven zeigen können.

Eine klassische Möglichkeit ist:

1. Vergangenheit
Was wirkt noch aus der Vergangenheit in dieses Thema hinein?

2. Gegenwart
Wo stehe ich gerade?

3. Zukunft
Wohin könnte sich das Thema entwickeln?

Eine andere Variante ist:

1. Situation
Worum geht es gerade wirklich?

2. Herausforderung
Was macht das Thema schwierig?

3. Lösung
Welche Möglichkeit könnte sich zeigen?

Wenn ich eine Entscheidung betrachten möchte, gefällt mir auch diese Form:

1. Das Thema

2. Die eine Seite des Themas

3. Die andere Seite des Themas

So entstehen nicht automatisch „gut“ und „schlecht“.

Du kannst beide Seiten anschauen.

Und manchmal erkennst Du dadurch, dass Deine Entscheidung viel mehr Facetten hat, als Du vorher gedacht hast.

Drei Karten für eine konkrete Entscheidung

Du kannst eine Dreierlegung auch ganz direkt auf eine Entscheidung ausrichten.

Zum Beispiel:

1. Was darf ich bei dieser Entscheidung beachten?

2. Was stärkt diesen Weg?

3. Was möchte ich dabei nicht übersehen?

Oder:

1. Was bringt Möglichkeit A in mein Leben?

2. Was bringt Möglichkeit B in mein Leben?

3. Was ist für mich bei dieser Entscheidung besonders wichtig?

Die dritte Karte finde ich dabei oft besonders spannend.

Denn manchmal liegt die eigentliche Antwort gar nicht in A oder B.

Sondern in der Frage:

Was brauche ich eigentlich?

Das keltische Kreuz – wenn ein Thema mehrere Ebenen hat

Bei komplexeren Fragen arbeite ich gerne mit einer größeren Legung.

Ein bekanntes Legesystem ist das keltische Kreuz.

Es betrachtet ein Thema aus verschiedenen Richtungen.

Eine mögliche Deutung der Positionen ist:

  1. Darum geht es
  2. Das kommt hinzu
  3. Das wird erkannt
  4. Das wirkt im Hintergrund
  5. Wohin wurde das Thema bisher geführt?
  6. So könnte es weitergehen
  7. So sehe ich selbst die Situation
  8. So wirkt mein Umfeld oder so sehen andere das Thema
  9. Meine Hoffnung oder Befürchtung
  10. Wohin könnte sich das Thema entwickeln?

Was ich an dieser Legung besonders mag:

Sie gibt nicht nur eine einzelne Antwort.

Sie zeigt Zusammenhänge.

Vielleicht wird sichtbar, dass Du innerlich längst etwas anderes möchtest, als Dein Umfeld von Dir erwartet.

Oder dass eine Hoffnung gleichzeitig eine Befürchtung enthält.

Oder dass etwas aus der Vergangenheit stärker hineinwirkt, als Dir bewusst war.

Gerade für größere Lebensfragen kann das sehr aufschlussreich sein.

das keltische kreuz – tarot legung

Eine große Legung für wichtige Entscheidungen

Wenn ich wirklich Klarheit für meinen Weg brauche, nutze ich manchmal noch eine ausführlichere Legung.

Dabei kann ich ein Thema aus mehreren Ebenen betrachten.

Zum Beispiel:

  1. Darum geht es
  2. Einerseits – Einfluss auf das Thema
  3. Andererseits – Einfluss auf das Thema
  4. Herkunft – wo liegt der Grund des Themas?
  5. Wohin entwickelt es sich, wenn ich nichts verändere?
  6. Was war bisher wichtig?
  7. Was könnte zukünftig wichtig werden?
  8. Welche Lösung würde sich aus meiner eigenen Sicht zeigen?
  9. Hoffnung oder Befürchtung
  10. Wie beurteilt mein Umfeld die Situation?
  11. Eine Seite der möglichen Lösung
  12. Die andere Seite der möglichen Lösung
  13. Lösungsvorschlag

Solche Legungen nutze ich nicht, weil ich möglichst viele Karten sehen möchte.

Ich nutze sie dann, wenn ein Thema viele Ebenen hat.

Wenn ich merke:

Mit einer einzigen Antwort komme ich hier nicht weiter.

Dann darf eine Legung wie eine Landkarte werden.

Nicht damit sie mir den Weg vorschreibt.

Sondern damit ich sehe, welche Wege überhaupt da sind.

Die Karte auf Position 13 – mein Lösungsvorschlag

Eine Erfahrung ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben.

In einem Jahr lag bei mir auf Position 13 – dem Lösungsvorschlag – die Tarotkarte Die Kraft.

Diese Karte hat mich durch das gesamte Jahr begleitet.

Immer wieder stand ich vor Situationen oder Entscheidungen, in denen ich mich an sie erinnert habe.

Und dann habe ich mich gefragt:

Was macht diese Richtung mit meiner Kraft?

Stärkt mich dieser Weg?

Oder kostet er mich mehr Kraft, als ich eigentlich geben möchte?

Diese Fragen waren für mich viel wertvoller als eine einfache Antwort wie:

Mach das.

Oder:

Mach das nicht.

Die Karte hat mir keine Entscheidung abgenommen.

Aber sie hat mir einen Blickwinkel geschenkt, auf den ich immer wieder zurückgreifen konnte.

Die Jahreslegung als Landkarte für Dein Jahr

Meine große Jahreslegung endet deshalb für mich nicht an dem Tag, an dem ich die Karten auslege.

Ich mache mir immer ein Foto von der gesamten Legung.

Dieses Foto bleibt bei mir.

Und ich schaue im Laufe des Jahres immer wieder darauf.

Besonders dann, wenn etwas herausfordernd wird.

Oder wenn eine größere Entscheidung ansteht.

Denn für mich zeigt die Jahreslegung nicht einfach einzelne Ereignisse des kommenden Jahres.

Sie zeigt eher eine grundlegende Richtung.

Welche Themen dürfen Beachtung finden?

Welche Einflüsse sind da?

Welche Haltung könnte hilfreich sein?

Welche Karten stehen an wichtigen Positionen?

So kann die Legung zu einer kleinen Landkarte für das Jahr werden.

Nicht als fertige Route.

Sondern als Erinnerung an das, was sich zu Beginn des Jahres gezeigt hat.

 tarot legung

Manchmal verstehe ich eine Karte erst Monate später

Das finde ich an einer Jahreslegung besonders spannend.

Manche Karten verstehe ich sofort.

Bei anderen denke ich:

Damit kann ich gerade überhaupt nichts anfangen.

Und dann vergeht Zeit.

Eine Situation entsteht.

Etwas verändert sich.

Und plötzlich erinnere ich mich an diese Karte.

Dann bekommt das Bild eine vollkommen neue Bedeutung.

Vielleicht gerade deshalb schaue ich so gerne noch einmal auf das Foto der gesamten Legung.

Denn die Karten bleiben dieselben.

Aber ich habe mich verändert.

Meine Situation hat sich verändert.

Mein Blick darauf hat sich verändert.

Und dadurch kann auch eine Karte plötzlich etwas anderes zeigen.

Meine große Jahreslegung in den Rauhnächten

Besonders gerne mache ich meine Jahreslegung rund um die Rauhnächte.

Diese Zeit zwischen altem und neuem Jahr passt für mich wunderbar dazu.

Ich bereite meinen Platz vor.

Eine Kerze brennt.

Vielleicht räuchere ich.

Ich nehme mir Zeit.

Und dann lege ich die Karten.

Nicht mit dem Gedanken:

Zeigt mir, was passieren wird.

Sondern eher:

Welche Themen möchten mich durch dieses Jahr begleiten?

Worauf darf ich achten?

Welche Einflüsse könnten wichtig werden?

Wo lohnt es sich, immer wieder hinzuschauen?

Wenn Du Dich für die Rauhnächte interessierst, findest Du dazu auf Engel Licht einen eigenen ausführlichen Beitrag.

Rauhnächte – Bedeutung, Rituale und die 12 Nächte im Überblick

Eine Jahreslegung muss nicht am Jahresanfang stattfinden

Auch wenn ich meine große Jahreslegung gerne in den Rauhnächten mache, musst Du dafür natürlich nicht bis zum nächsten Jahreswechsel warten.

Eine größere Legung kann immer dann spannend sein, wenn Du das Gefühl hast:

Ich brauche gerade Orientierung für meinen Weg.

Vielleicht stehst Du an einem Wendepunkt.

Vielleicht beginnt ein neuer Lebensabschnitt.

Vielleicht möchtest Du eine Entscheidung aus mehreren Perspektiven betrachten.

Dann kann eine größere Legung ebenfalls wie eine Landkarte für die kommende Zeit wirken.

Du kannst sie fotografieren.

Das Bild speichern.

Und später noch einmal darauf zurückkommen.

Was bedeutet eine Tarotkarte für Dich?

Für mich liegt genau hier der schönste Teil des Tarots.

Nicht nur in der klassischen Bedeutung einer Karte.

Sondern in Deiner Beziehung zu ihr.

Nehmen wir noch einmal Die Kraft.

Vielleicht bedeutet diese Karte für Dich Mut.

Für jemand anderen Ausdauer.

Vielleicht erinnert sie Dich daran, sanfter mit Dir selbst umzugehen.

Oder daran, Deine Energie bewusster einzusetzen.

Keine dieser Wahrnehmungen muss falsch sein.

Natürlich ist es spannend, die traditionelle Symbolik einer Tarotkarte kennenzulernen.

Sie gibt Tiefe.

Sie zeigt Zusammenhänge.

Aber danach beginnt für mich erst der persönliche Teil:

Was bedeutet diese Karte genau hier – in meiner Frage, in meiner Situation und für mich?

Du darfst Deiner Wahrnehmung vertrauen

Je länger Du mit Deinen Karten arbeitest, desto vertrauter werden Dir ihre Bilder.

Vielleicht gibt es Karten, bei denen Du sofort weißt:

Ah, darum geht es wieder.

Andere überraschen Dich immer wieder.

Und genau deshalb finde ich eine Tageskarte so schön.

Sie ist eine ganz einfache Möglichkeit, diese persönliche Sprache kennenzulernen.

Morgens anschauen.

Wahrnehmen.

Vielleicht einen Satz notieren.

Und am Abend noch einmal zurückkehren.

So wächst nach und nach etwas, das kein Begleitheft vollständig ersetzen kann:

Deine eigene Erfahrung mit Deinen Karten.


🤍 Kleine Inspiration

Vielleicht möchtest Du morgen mit einer einzigen Karte beginnen.

Mach Dir Deinen Tee.

Zieh eine Karte.

Leg sie vor Dich.

Und bevor Du irgendetwas nachliest, schau sie einfach an.

Was fällt Dir als Erstes auf?

Welche Stimmung entsteht?

Welcher Gedanke kommt?

Vielleicht möchtest Du einen einzigen Satz dazu aufschreiben.

Am Abend schaust Du die Karte noch einmal an.

Und fragst Dich:

Was hat diese Karte heute für mich bedeutet?

Vielleicht wirst Du überrascht sein, wie schnell sich dadurch Dein eigener Zugang zu den Karten entwickelt.

Und wenn irgendwann eine größere Frage auftaucht, kannst Du drei Karten legen.

Oder das keltische Kreuz.

Oder eine große Legung.

Nicht damit Tarot Dir sagt, welchen Weg Du gehen sollst.

Sondern damit Du Deinen eigenen Weg vielleicht aus einer Perspektive siehst, die vorher noch verborgen war.

Rauhnächte – Bedeutung, Rituale und die 12 Nächte im Überblick

Ein Morgenimpuls mit Tarot – Stärke Deine Intuition


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